Machst du dich gerade als Personal-Trainer selbstständig?

Oder fragst du dich:

Wie wird man eigentlich Personal-Trainer?

Dann habe ich eine gute Nachricht für dich.

Im Interview erzählen Lukas und Sabrina von ihren Starts in die Personal Trainer Karriere.

Warum die beiden sich selbstständig machten. Welche Hindernisse sie überwinden mussten. Und was das Corona-Virus verändert hat.

Sie verraten dir Geheimtipps, um Kunden zu finden. Geben Weiterbildungs- und Buch-Tipps. Erzählen dir, was ein guter Personal-Coach mitbringen sollte. Und geben erstaunliche Einblicke in ihre Selbstständigkeit.

Bevor wir starten, stelle ich dir die beiden kurz vor:

Wer ist Lukas Ivers & Sabrina Schaaf?

Lukas Ivers Personal Trainer Coach

Quelle: Lukas Ivers / Uwe Schröpf

Lukas Ivers ist einer der angesagtesten Personal-Trainer in München. Zu finden ist er unter dem Namen: Elitesports. Er ist spezialisiert auf Krafttraining mit Gewichten. Seine Selbstständigkeit als Personal Trainer startete er 2015. Heute trainiert er Unternehmer, Geschäftsführer und Menschen, die es sich als Ziel gesetzt haben, in ihr Wohlbefinden zu investieren.

Sabrina Schaaf ist seit 2019 mit im Team Elitesports. Geweckt durch ihren eigenen Ehrgeiz, fand sie ihre große Leidenschaft ebenfalls im Krafttraining. Die gewonnene Energie, die nach jedem Training zu spüren ist, möchte sie gerade Frauen näherbringen. Und zeigen, das Training mit Hanteln und schweren Gewichten nichts mit Muskelbergen à la Arnold Schwarzenegger zu tun hat. Ihr Credo: „Ein wohlgeformter Körper ist für jeden möglich!“.

Sabrina Schaaf Fitness Trainerin Coach

Quelle: Sabrina Schaaf

Wie war euer Beginn in die Selbstständigkeit?

Lukas:

Ich habe ganz klassisch in einem Fitnessstudio als Trainer angefangen. Verträge abgeschlossen, Kunden beraten, Eiweißshakes gemischt – das Übliche.

Geprägt durch meine erfolgreiche Taekwondo-Karriere, war mir schnell klar, dass Sport einen hohen Stellenwert in meinem Leben hat.

Ich wollte mehr sein als ein Fitnesstrainer unter vielen.

Getrieben von meinem Ehrgeiz, machte ich mich 2015 nebenbei als Personal Trainer selbstständig.

Ich legte Flyers aus. Sprach mit den Kunden. Und das immer und immer wieder. Dadurch bekam ich meine ersten Klienten als Personal Coach.

So schön wie es klingt, war es allerdings nicht immer.

Am Anfang deiner Selbstständigkeit, egal ob neben- oder hauptberuflich, gibt es Punkte, um die du dich kümmern musst. Das sagt dir nur leider niemand vorher.

Tagelang habe ich mir über rechtliche Sachen den Kopf zerbrochen. Ich habe mich in einer Grauzone bewegt, ohne es zu wissen. Die neuen DSGVO-Regeln machen nichts einfacher.

Genau aus diesem Grund ist es megawichtig, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen.

SOFORT – ohne Wenn und Aber. Auch im Nebenerwerb ist das ein Muss.

Bei der Auswahl der Versicherung darauf achten, dass sie speziell für Trainer ist. Gewisse Bereiche werden möglicherweise sonst NICHT abgedeckt.

Die Ensure bietet z. B. die Absicherung von Trainer, Studios und Heilberufen an.

Das Fitnessstudio, in dem ich nebenbei als Personal Coach angefangen habe, wollte von mir einen Nachweis. Spricht eine Bestätigung, dass ich eine Berufshaftpflichtversicherung habe.

Mein Glück. Ich hätte mich sonst nicht darum gekümmert.

Neben Rechtsthemen schwirrten ebenfalls Steuerfragen in meinem Kopf. Am Anfang geht es noch, wenn du eine ordentlich geführte Buchhaltung hast. Wenn du allerdings so wie ich nur wenig Ahnung hast, zögere nicht, einen Steuerberater mit ins Boot zu holen.

Ein Steuerberater ist zwar kein muss. Allerdings erspart er dir viel Zeit und er ist Fachmann auf diesem Gebiet. Ich empfand es als eine enorme Erleichterung. Zudem wollte ich meine Steuer in guten Händen wissen.

Falls du dir keinen Steuerberater leisten kannst oder willst, musst du dich in Eigenregie um deine Steuer kümmern. Setzt dich mit dem Thema auseinander. Lies dich ein und eigne dir fehlenden Kenntnisse an.

Heute findest du viel über das Internet. Aber auch das nützt dir nichts, wenn du nicht weißt, wonach du suchen sollst.

Um es kurz zu machen. Ich hätte mir eine Checkliste gewünscht. So was wie:

Selbstständig machen als Personal-Trainer – das solltest du wissen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die hätte mir die ein oder andere schlaflose Nacht erspart.

Ein weiterer Punkt, den du wissen solltest: Melde dich bei deiner Krankenversicherung und das sofort, sobald du dich selbstständig machst.

Was viele nicht wissen:

Wenn dein Einkommen aus deiner nebengewerblichen Selbstständigkeit höher ist als dein Hauptjob-Gehalt, wollen sie Geld von DIR.

Ich hatte mich zum Glück ganz aktiv bei meiner Krankenversicherung gemeldet. Mittlerweile bin ich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Davor war ich über meinen Arbeitgeber pflichtversichert.

Rückblickend war mein Start in die Selbstständigkeit holprig – ABER notwendig!

Fehler und Rückschläge gehören dazu. Ohne sie entwickelst du dich nicht weiter. Für die daraus entstandenen „Learnings“ bin ich mehr als dankbar.

Ich bin an jedem Misserfolg gewachsen.

Vor allem das Thema Kundenakquise war bei mir echt zäh. Hier hat es mir ungemein geholfen, nebenbei als angestellter Fitnesstrainer zu arbeiten. Die Möglichkeiten zur Kundengewinnung sind enorm, wenn du dich nicht ganz doof anstellst.

Selbstständigkeit ist eine unglaubliche Bereicherung. Fachwissen und Kenntnisse (die du nie für möglich gehalten hast) aufbauen ebenso.

Aber vergiss nicht: Kümmere dich auch um dein Mindset!

Personal Training ist ein Luxus-Produkt.

Mach dir das bewusst. Kenne deine Zielgruppe, fühl in sie hinein und verkaufe dich entsprechend.

Solange du dich in deinem Kopf nicht von der Masse an Fitnesstrainer abhebst, bleibst du auch immer „nur“ ein Fitnesstrainer.

Erkenne deinen Mehrwert und kommuniziere ihn offen!

Sabrina:

Meinen Schritt in die Selbstständigkeit als Personal Trainer bzw. Trainerin habe ich einer Freundin zu verdanken.

Sie wollte ein paar Kilos abnehmen. Prompt sprach sie mich an, ob ich sie trainieren würde.

Zu dieser Zeit hatte ich bereits die Fitnesstrainer B-Lizenz, dank meiner Liebe zum Krafttraining.

Allerdings wusste ich damals noch nicht genau, wohin meine Reise geht.

Dass es etwas mit Sport zu tun hatte, stand außer Frage. Bewegung und Fitness waren mir schon immer extrem wichtig. Die Leidenschaft für den Kraftsport war da, doch irgendwas fehlte – die Begeisterung für eine Sache.

Dank meiner Freundin war die Idee zur Selbstständigkeit geboren.

Es machte mir unglaublich viel Spaß, sie bei ihrem Ziel zu unterstützen. Endlich hatte ich etwas gefunden, für das ich brannte.

Im Februar 2019 startete ich nebenberuflich meine sportliche Karriere.

Warum nebenberuflich? Ich wollte eine gewisse Sicherheit genauer gesagt einen Plan B, falls etwas schiefging.

Ende 2019 gab ich meinen Job in der Modebranche auf und fing dafür hauptberuflich als Fitnesstrainer in einem Studio an (und nebenbei weiterhin als Personal Coach).

Damals musste ich eine Entscheidung treffen, da ich nicht in zwei unterschiedlichen Branchen tätig sein wollte.

Ich entschied mich für meinen Traum.

Dabei richtete ich meine volle Konzentration auf meine sportliche Laufbahn und arbeitete nebenbei hart an meiner Selbstständigkeit als Personal Trainerin.

Wenn dein Hauptjob deinen Nebenjob ergänzt, fällt vieles leichter.

Im Fitnessstudio war es einfach, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Du baust viel schneller eine Beziehung auf. Da deine Sichtbarkeit deutlich höher ist. Unterschätze diesen Vorteil nicht!

Für mich war es von Anfang an schwer, mir einen Namen zu machen.

Als Personal Trainer verkörperst du etwas. Du spiegelst DEINE Werte. Kennen deine Kunden diese Werte nicht, bist du einfach „nur“ Sabrina.

Deshalb ist es so wichtig, wie du dich nach außen präsentierst. Zeigst du, was hartes Training bewirkt oder redest du nur davon. Lebst du den empfohlenen Lifestyle vor oder versteckst du dich hinter ausreden.

Das dauert und kommt nicht von heute auf morgen, aber es zahlt sich aus.

Vertrauen spielt hierbei eine große Rolle. Du musst dir das Vertrauen deiner Kunden erst mal verdienen. Und das geht nur durch dein Handeln. Durch das Vorleben deiner Werte und Empfehlungen.

Ich hatte großes Glück Lukas an meiner Seite zu haben. Durch ihn und seine Erfahrungen blieben mir viele Rückschläge erspart. Ihn als meinen Sparringspartner zu haben, war extrem viel wert. Ich habe eine Menge von Lukas gelernt und tu es nach wie vor.

Wenn ich jemanden einen Tipp geben darf:

Verschaffe dir einen professionellen Auftritt.

Damit meine ich eine Website oder zu mindestens Visitenkarten. Und BITTE nicht mit einer GMX-E-Mail-Adresse. Das wirkt alles andere als kompetent.

Deine Außenwahrnehmung verändert sich sofort – auch in deinem Kopf. Deine Interessenten nehmen dich ganz anders wahr.

Anders als Lukas, der sich 2017 hauptberuflich selbstständig gemacht hat, arbeite ich aktuell noch 25 Stunden in einem Fitnessstudio. Gerade dieses Jahr (2020) bin ich darüber sehr froh.

Davon abgesehen bin ich ein totaler Team-Mensch. Das war ich schon immer, auch in meinem früheren Beruf. Ich blühe richtig auf, wenn Leute um mich herum sind. Das möchte ich ungern missen.

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Was ist in der Corona-Krise eure größte Hürde?

Lukas:

Meine mentale Stärke.

Seit dem ersten Corona-Lockdown leidet sie extrem. Es ist schwer in Zeiten wie diesen positiv zu bleiben.

Zum Glück muss ich mir keine Sorgen um meine Existenz machen. Zumindest aktuell. Allerdings stehen wir auch vor einigen schwierigen Herausforderungen.

Es gibt keinen geregelten Alltag. Wir wissen nicht, wann die Fitnessstudios wieder öffnen. Im Februar oder sogar erst Ostern?

Keiner kann uns das sagen. Die Zukunftsperspektive fehlt komplett.

Eine Frage kreist immer UND immer wieder in meinem Kopf:

Wie geht es weiter?

Aktuell sind die Fitnessstudios zu. Wir trainieren mit unseren Kunden draußen oder bei ihnen zu Hause auf deren Terrasse.

Das Equipment, was ich im Fitnessstudio habe, steht mir nicht mehr zur Verfügung. Da musste ich schon kreativ werden und mir ein paar neue Übungen aus dem Ärmel schütteln.

Regulär arbeite ich viel mit Hanteln und Gewichten. Die meisten Klienten haben nichts von beiden. Zum Teil scheitert es bereits an einem Stuhl, der nicht wackelt. Und wer hat schon einen Haken an der Decke für TRX-Bänder.

Es ist der ANSPRUCH an mich selbst.

Trotz der aktuellen Situation möchte ich meinen Kunden das bestmögliche Training bieten.

Der Komfort eines Fitnessstudios fällt weg. Das Mindset des Kunden muss sich darauf erst mal anpassen.

Plötzlich trainierst du zu Hause. Jeder, der regelmäßig ins Fitnessstudio geht, weiß, was ich meine. Dein Gefühl, deine Mentalität ist eine ganz andere. Das alles abzufedern ist hart.

Ich möchte jetzt nicht nur über Corona schimpfen. Es hat auch etwas Gutes – zumindest für uns.

In schwierigen Zeiten erkennst du den wahren Charakter eines Menschen.

Bis Anfang des Jahres waren wir in einer bekannten Fitness-Kette eingemietet. Als der erste Lockdown war und die Fitnessstudios schließen mussten, wollten die allen Ernstes weiterhin unsere Mietzahlungen.

Und das nicht nur von uns, sondern von allen selbstständigen Fitnesstrainern. Wir haben uns rechtliche Unterstützung geholt. Doch bevor es zu einer Klage kam, hat die Fitness-Kette alle unsere Verträge gekündigt.

Das hat uns die Augen geöffnet, mit wem wir all die Jahre „zusammengearbeitet“ haben.

Sabrina:

Es wäre zu verlockend, einfach den Kopf in den Sand zu stecken. Aber gerade, weil ich mich erst letztes Jahr (2019) selbstständig gemacht habe, möchte ich meinen Traum nicht kampflos aufgeben.

Ich zeige meinen Kunden  – Hey, wir schaffen das GEMEINSAM. Ich bin weiterhin für euch da.

Der erste Lockdown hat mir schwer zugesetzt. Keiner wusste so recht, was genau uns erwartet. Die Routine war weg UND viele meiner Kunden ebenfalls.

Jetzt stecken wir mitten in der zweiten Ausgangssperre. Wieder wissen wir nicht, wann der Spuk ein Ende hat. Trotzdem haben wir uns Gedanken gemacht.

Was können wir tun?
Wie können wir weitermachen?
Welchen Mehrwert können wir unseren Kunden bieten?

Gerade der zweite Lockdown, hat uns gezeigt, dass wir mehr den je unsere Klienten unterstützen müssen. Die Motivation hat auch bei ihnen einen Tiefstand erreicht.

Daraus ist ein Online-Coaching entstanden, das es davor nicht gab.

So können wir unseren Kunden gezielt helfen, auch weiterhin an ihren Zielen zu arbeiten.

Aber wenn wir ehrlich sind, ist es nicht unser langfristiger Plan, auf digitales Personal Training umzusatteln.

Unser Herz schlägt ganz klar für den DIREKTEN Kontakt mit unseren Klienten.

Wenn ein Kunde vor uns die Übung macht, können wir sofort helfend eingreifen. Ihm Tipps geben und auch mal „Hand anlegen“. Online ist das nur bedingt möglich.

Wir beide leben für das Coaching am Mann oder an der Frau. Das ist, was Personal Training für uns ausmacht und genau solche Kunden suchen wir. Fitness-Interessierte, denen das genauso wichtig ist wie uns.

Lukas Ivers selbststaendig als Personal Trainer

Quelle: Lukas Ivers / Uwe Schröpf

Welche Anforderungen brauchst du als Personal-Trainer?

Lukas:

Practice what you preach!

Im Klartext, lebe das vor, was du deinen Kunden empfiehlst. Zeig dich beim Training, ernähre dich gesund und steh hinter deinen Werten.

Wer nicht selbst das vorlebt, was er empfiehlt, hat in meinen Augen nichts in der Sportwelt verloren.

Vor allem zeig, dass das Leben „trotz“ Training und gesunder Ernährung Spaß macht.

Es gibt keine Perfektion.

Vieler meiner Klienten denken: Sport, Vergnügen und ein ausgewogener Lebensstil passen nicht zusammen.

Das stimmt aber nicht.

Ich esse auch mal eine Pizza, Süßigkeiten oder hab einen faulen Tag. Völlig in Ordnung.

Wenn du Vollmilchschokolade liebst, dann heißt das nicht, du darfst sie nie wieder essen.

Klär deine Kunden auf. Hilf ihnen ihren optimalen Weg und Lebensstil zu finden – das macht einen guten Personalcoach aus.

Es gibt ein Problem, dass solltest du wissen.

Der Begriff „Personal Trainer“ ist nicht rechtlich geschützt. Es gibt keine Anforderungen. Theoretisch kann sich jeder Personal Trainer oder Body Coach nennen.

Und das macht es uns, die einen riesigen Erfahrungsschatz und entsprechende Ausbildung mitbringen, Lizenzen oder Prüfungen haben richtig, richtig schwer.

Es gibt da draußen extrem viele schwarze Schafe, die den Kunden etwas eintrichtern, was überhaupt keinen Bestand hat.

Mit diesem Halbwissen kommen sie dann zu uns. Wir können ihnen dann erklären, dass der vorherige Trainer Quatsch erzählt hat. Eine ziemlich blöde Situation.

Gerade am Anfang darfst du dich davon nicht verunsichern lassen.

Verfüge über fundiertes Fachwissen. Investiere in DEINE Weiterbildung. Und das immer und immer wieder.

Hör nie auf zu lernen und hinterfrage alles, was du nicht verstehst.

Erst wenn du davon überzeugt bist, dass es richtig ist, gibst du es an deine Klienten weiter.

Im besten Fall hast du es schon selbst ausprobiert.

Sabrina:

Der Kunde steht bei uns im Mittelpunkt.

Das Ziel muss ganz klar auf den zukünftigen Sportler ausgerichtet sein. Hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen.

Sagt ein Kunde z. B. er möchte fitter werden, kann dahinter der Wunsch nach Abnehmen stehen. Oder, dass er seine Ausdauer verbessern möchte.

Unsere Aufgabe als Fitness Coach ist, herauszufinden welche Ziele unser Klient verfolgt.

Personal Trainer ohne fundiertes Grundwissen und Anatomiekenntnisse scheitern bereits an der Anamnese (Gesundheitsüberprüfung).

Ist der zukünftige Sportler Diabetiker, hat er andere Vorerkrankungen usw. Es gibt Standardfragen, die Einblicke in den Lebensstil unserer Kunden gewährt. So können wir herausfinden, welche gesundheitlichen Risiken sich dahinter verbergen.

Wird das alles vor dem Training nicht berücksichtigt, kann das plötzlich nach hinten losgehen.

Als guter Personal Trainer zeigst du deine Leidenschaft zum Training.

Neben der eigenen körperlichen Fitness sind außerdem kommunikative Fähigkeiten wichtig. Du musst dich als Personal Coach verkaufen können.

Welche Expertisen bringt ihr als Personal-Trainer mit?

Lukas:

Fitness oder Sport waren vor meiner Selbstständigkeit kein Fremdwort.

Bereits mit 6 Jahren begann ich mit Taekwondo. Insgesamt war ich 8 Jahre Leistungssportler. In dieser Zeit habe ich mich bereits intensiv mit Ernährung, Disziplin und Fitness befasst. Und mir so auch bereits ein Grundwissen aufgebaut.

Neben der Fitnesstrainer B-Lizenz habe ich noch die Ernährungstrainer A + B Lizenz. Ernährung spielt neben Fitness eine entscheidende Rolle.

Zudem die Lizenz für Body Coach Level 1 (früher hieß es leistungsorientiertes Krafttraining) und die Personal Trainer Lizenz.

Bei der Personal Trainer Lizenz ist es wichtig, darauf zu achten, bei welchem Institut du die Fortbildung ablegst. Da gibt es riesige Unterschiede.

Am besten du fragst dein Vorbild, nach einer Empfehlung. Dann bist du auf der sicheren Seite.

Es gibt Onlinekurse für die Personal Trainer Lizenz. Davon rate ich dringend ab.

Personal Training ist ein praxisorientierter Beruf. Für mich ergibt es keinen Sinn – überspitzt ausgedrückt – nur Fragen und Antworten auswendig zu lernen. Dir fehlt sonst der Bezug zur Praxis.

Ich habe meine Lizenz bei der IFAA gemacht. Eine internationale TÜV zertifizierte Fitness-Akademie für Aus- & Weiterbildung.

Kann ich ausnahmslos empfehlen.

Besonders der Abschnitt „Verkaufstraining“ hat mir richtig viel gebracht. Klingt erst mal komisch, aber als Personal Trainer musst du dich verkaufen können. Deine Kunden von dir und deiner Expertise überzeugen. Und vor allem, wie schaffst du es, dich von anderen Trainern abzuheben.

Als Personal Trainer sind deine Sozialkompetenzen das A und O.

Deine Empathie und fachliches Können gehen ineinander über. Fehlt dir eins von beiden, wird es schwierig.

Natürlich habe ich mir auch Inspiration auf YouTube geholt. Karl S, Mischa Janiec oder Patrick Reiser haben zu Beginn meiner Selbstständigkeit noch ordentlich kostenlosen Inhalt rausgehauen. Das sieht jetzt leider anders aus.

Zudem war ich einen Tag im DAS GYM. Die meisten dürften wissen, von wem ich rede – den beiden Hammer-Jungs von Intelligent Strength aus Wien. Bevor die Frage aufkommt. Ich habe dort keine Dipl. Strength Coach Ausbildung absolviert 😉

Dafür an einer Unterrichtseinheit aus genau diesem Lehrgang. Inhalt war technische Ausführung, Erkennen und Beheben von Fehlern, Krafttrainingsübungen in den Bereichen Upper Body Push, Upper Body Pull, Arms, Lower Body und Core.

Mega interessant und lohnenswert!

Die Trainingsbücher von Andreas & Alexander sind ebenfalls nennenswert. Wir nutzen sie für die Erstellung unserer Trainingspläne bzw. die unserer Kunden.

Für alle, die gerne ihre Nase in Bücher stecken, habe ich noch ein paar Tipps für lesenswerte Bücher:

Buchtipps von Lukas Ivers:

Sabrina:

Ich habe die Fitnesstrainer B-Lizenz und den Body Coach Level 1. Einiges von meinem Wissen, auf das ich heute zugreifen kann, habe ich mir durch Lukas angeeignet.

Ich bilde mich immer weiter, weil ich das extrem wichtig finde. Wie in allen Bereichen gibt es im Kraftsport oder in der Ernährung neue Erkenntnisse. Diese möchte ich meinen Kunden nicht vorenthalten.

Als Nächstes ist ein Workshop bei Wolfgang Unsöld geplant. Lukas und ich finden sein enormes Wissen bewundernswert.

Er verfolgt ein ganz eigenes Trainingskonzept, verknüpft mit einer Low-Carb-Diät. Seine extremen Ansätze sind nicht für jedermann. Allerdings ist alles wissenschaftlich belegt – und das finden wir richtig gut.

Wolfgangs Meinung mag speziell sein. Einige finden sie fragwürdig. Doch alles, was er behauptet, kann er auch nachweisen. Ich denke, das macht sein Wissen so wertvoll. Zum Beispiel vertritt er die Meinung, dass Kohlenhydrate bevorzugt am Abend gegessen werden sollen. Bestimmt sitzt jetzt jemand vor dem Bildschirm und wird ungläubig den Kopf schütteln 😉

Wolfgang Unsöld hat Athleten betreut, die an Olympischen Spielen teilgenommen haben. Das beweist, dass seine Ansätze Früchte tragen. Nebenbei hat er einen Podcast veröffentlicht.

Reinhören lohnt sich!

Letztes Jahr waren wir im Super Saya Gym in Köln. Ozan Tas, der Inhaber, ist unter anderem spezialisiert auf das Training für Frauen.

Gerade die weiblichen Zyklusphasen haben einen großen Einfluss auf ihre Energie. Hat Frau ihre Tage, ist sie kaum in der Lage, ein hartes Training zu absolvieren. Auch Hormone spielen eine große Rolle. Da uns sein Ansatz dahinter extrem gut gefällt, hat Lukas ihn angeschrieben.

Ozan hat uns eingeladen und wir haben eine Art Praktikum bei ihm absolviert. Gerade für mich als Frau superinformativ. Aber auch Lukas konnte eine Menge mitnehmen. Er trainiert ebenfalls Frauen.

Das gesammelte Wissen kommt unseren Kundinnen doppelt zugute.

Das ist auch so ein Punkt, der einen guten Personal Trainer auszeichnet. Trau dich deine Nase in fachfremde Bereiche zu stecken. Und du wirst nicht enttäuscht.

Trau dich! Schreib andere Trainer an.

Überlege dir, wer dich inspiriert und scheu dich nicht Kontakt mit ihm aufzunehmen. Auch wenn er, wie in unserem Fall, gar kein Coaching oder Workshop anbietet.

Du hast nichts zu verlieren, sondern kannst nur dazulernen.

Mit den Buchtipps von Lukas bist du erst mal gut eingedeckt.

Wer sich gerne noch mit den Themen Stress und Darm beschäftigen möchte, sollte diese Bücher lesen:

Buchtipps von Sabrina Schaaf:

Auf welchen Social-Media-Plattformen sollte ein Personal Trainer vertreten sein?

Lukas:

Instagram und YouTube.

Meiner Meinung nach ist Facebook mittlerweile tot. Hier generiere ich kaum noch Besucherzahlen.

Auf Instagram bin ich unter @elitesports_lukas zu finden. Auf YouTube aktuell nicht. Das ist vielleicht etwas für die Zukunft.

Wichtig ist hier noch zu erwähnen: Liefere Mehrwert für deine Zielgruppe und präsentiere dich als Vorbild. Teile deine Fortschritte, deine Erfolge ebenso wie deine Misserfolge.

Auch Personal Trainer sind NUR Menschen – zeig das!

Sabrina:

Ich sehe den Schwerpunkt auch bei Instagram.

Bei Facebook teile ich meine Feeds zwar, aber unsere Zielgruppe ist dort weniger vertreten.

Mich findest du unter @elitesports_sabrina.

Dort teile ich Einblicke in meinen Alltag und über mein Business.

Ich bin der gleichen Meinung, dass es wichtig ist, Mehrwert für deine Klienten zu liefern. Es gibt so viele Personal Trainer.

Du musst dich und deine Leistung von anderen Coaches abheben.

Lukas Ivers Training Gewichten Hanteln

Quelle: Lukas Ivers / Uwe Schröpf

Was empfehlt ihr zum Thema Marketing?

Lukas:

Ziel eines Personal Trainers sollte sein, vom Empfehlungsmarketing zu leben.

Das ist das Nonplusultra im Marketing. Ich geniere meine Klienten überwiegend so. Kunde X empfiehlt dich seinem Nachbarn und der einem Freund.

Wenn du dir einen gewissen „Ruf“ aufgebaut hast, ruhe dich nicht darauf aus. Sei weiterhin hilfsbereit und hinterlasse einen bleibenden Eindruck.

Du weißt nie, wem du über den Weg läufst. Vielleicht ist das dein NÄCHSTER Kunde.

Und wie schon erwähnt, zeig dich auf Instagram.

Auch hier generiere ich Kunden.

Dafür investiere ich vorab viel Zeit und Mühe, um Vertrauen aufzubauen.

Es kann vorkommen, dass Follower dich auf ein Bild ansprechen. Das ist mir erst letztens passiert.

Ich hatte mit meinem Oberkörper posiert. Ein Leser schrieb mich an und wollte wissen, wie er solche definierten Oberarme bekommt.

Das zeigt, wie wichtig das eigene Erscheinungsbild ist. Und wie wichtig deine Vorbildfunktion als Personal Trainer ist.

Mein nächster Tipp hat nur indirekt mit Marketing zu tun.

Wenn du nicht genau weißt, wie du dir einen Kundenstamm aufbaust.

Dann wäre meine Empfehlung: Fang als Coach in einem Fitnessstudio an.

Nebenbei machst du dich als Personal Trainer selbstständig und baust dir Schritt für Schritt etwas auf. Das ist natürlich in der aktuellen Zeit schwierig. Aber das ändert sich hoffentlich auch wieder.

Sei ein Vorbild! Aus ganzer Überzeugung.

Ich habe regelmäßig in dem Fitnessstudio trainiert, in dem ich gearbeitet habe. War hilfsbereit, freundlich und hab meine Erfahrungen und Kenntnisse vorgelebt.

Das kommt unheimlich gut bei den Kunden an.

Außerdem bleibst du dadurch im Gedächtnis.

Hierzu eine kleine Anekdote.

Erst dieses Jahr ist es mir passiert, dass sich drei Kunden aus meinem früheren Fitnessstudio an mich erinnert haben.

Nach dem ersten Lockdown waren sie aus der Form und wollten Unterstützung. Sie hatten sich noch an meinen Namen erinnert und dass ich Personal Trainer bin.

Dank Google haben sie mich schnell gefunden und Kontakt aufgenommen. Jetzt trainiere ich sie 1-2x pro Woche.

Und für alle, die sich lokal etwas aufbauen wollen, habe ich noch einen Geheimtipp:

Platziere dich richtig!

Zeige dich an Spots, wo deine Zielgruppe zu finden ist.

Wo holen sie sich ihren Kaffee?
Ihr Essen?
Wo halten sie sich auf?

Ich bin bewusst in diese Läden gegangen und habe mir auch dort meinen Kaffee oder mein Essen geholt.

Es ergeben sich Gespräche, vielleicht nicht sofort, aber irgendwann macht sich dein Einsatz bemerkbar.

So wird aus einem Small Talk ein Neukunde.

Sabrina:

Lukas hat den heißen Tipp mit dem Fitnessstudio bereits erwähnt.

Diesen Weg bin ich ebenfalls gegangen und kann ihn ausnahmslos empfehlen.

Das ist eine top Gelegenheit, um in deiner Sport-Karriere Fuß zu fassen. Du kannst Kunden gewinnen, dein Wissen ausbauen und deinen Lifestyle vorleben.

Eine Marketing-Idee: Verschenke etwas.

Ich habe meiner Kosmetikerin eine Probestunde geschenkt.

Sie war gerührt und überwältigt.

Aus unserer gemeinsamen Outdoor-Probestunde wurden 10 weitere Stunden. Mittlerweile trainiere ich sie 2x pro Woche.

Zögere nicht, etwas günstiger oder kostenlos anzubieten.

Auch, wenn es nicht immer so optimal verläuft. Es zahlt sich aus. Sei es nur, der Beschenkte empfiehlt dich weiter oder erzählt von deinem Geschenk.

Gib etwas von dir, gehe in Vorleistung und du wirst belohnt.

Netzwerken mit anderen Body Coaches oder Trainer finde ich auch superwichtig.

Durch Corona natürlich etwas schwierig.

Jeder hat seine spezielle Art ein Training zu gestalten. Vernetzt dich mit anderen, tausche dich aus und lerne von ihnen.

Sei freundlich und biete im Gegenzug DEINE an!

Habt ihr überlegt einen Fitness-Blog zu starten?

Lukas:

Ja! Wir sind gerade im Aufbau.

Corona hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, auch online gefunden zu werden. Wir sind Personal Trainer aus München.

Normalerweise kommen unsere Kunden aus der Umgebung. Das ist immer noch so, aber die Marketing-Strategie ist nicht mehr die gleiche.

Corona hat uns zum Umdenken gezwungen.

Wir hätten uns sonst nicht so intensiv mit dem Thema Blog und Content-Marketing beschäftigt.

Klar, die Idee von einem Blog spukt schon eine Weile in unseren Köpfen.

Ein Fitness-Blog ist keine Weltneuheit. UND doch wird er so vernachlässigt.

Dabei steckt in ihm ein unglaubliches Potenzial.

Denk nur einmal daran, wie viel Zeit ein Instagram-Feed kostet. Ich gebe mir immer richtig mühe, wertvollen Inhalt für meine Community zu liefern.

Da ist es keine Seltenheit, dass der Post ein halber Roman wird.

Und hey bevor du dich versiehst, ist er weg. Er hat keinen Bestand.

Ein Blogartikel dagegen bleibt viele Jahre bestehen. Du kannst ihn jederzeit wieder optimieren und anpassen.

Unsere Kunden können sich den ersten Blogpost – den es bald gibt – in 5 Jahre immer noch anschauen.

Zudem lässt sich ein Blogartikel super in den sozialen Medien ankündigen. Genauer gesagt der Inhalt kann dort als Mehrwert genutzt werden.

Wer das extrem cool macht, ist der Blog von edubily. Die Jungs haben mir schon so oft einen Artikel auf Instagram schmackhaft gemacht und jedes Mal habe ich ihn auf ihrer Webseite fertig gelesen.

Jeder, der sich für die Themen Ernährung, Lebensstil und Bewegung interessiert, sollten Chris und Phil folgen (und ihr Buch lesen). *Provisions-Link

Dein Blogartikel, über Gründe einen Blog zu starten, hat uns bei der Entscheidung auch unterstützt.

Ein Augenöffner. Vor allem in Bezug auf Social-Media.

Schlusswort

Herzlichsten Dank an Sabrina und Lukas für dieses lehrreiche Interview.

Die Energie der beiden war unglaublich. Ihre Leidenschaft für das Thema Sport & Fitness war zu jedem Zeitpunkt deutlich zu spüren.

Wenn du mehr von Lukas und Sabrina wissen willst, schau auf ihrer Webseite vorbei.

Ich hoffe, du konntest etwas für dich mitnehmen.

Gerade zu Beginn deiner Selbstständigkeit musst du nicht jeden Fehler selbst machen.

Ich spreche aus eigener Erfahrung!

Lerne von den Großen aus deinem Fitnessbereich. Sei neugierig, mutig und werde auch du ein Vorbild für ganz viele.

Ich drück dir die Daumen!

Und denk daran:
Gib jedem Text die Chance, der beste deines Lebens zu werden.

Stephanie Benz Texterin und Autorin

Stephanie Benz

Stephanie Benz ist Texterin und Bloggerin. Sie hilft Coaches und Trainer mit viralen Blogartikeln bekannter zu werden und nachhaltig Kunden zu gewinnen. Folge ihr:

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